Den Digitalen Notstand an den Berliner Schulen beheben

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesausschusses
vom 13.02.2019

Digitale Bildung an den Berliner Schulen ist wichtig. Die Schulen sind der Ort, an dem der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Techniken erlernt werden sollte. Zusätzlich kann der Unterricht durch die digitalen Möglichkeiten neugestaltet werden und Schulverwaltungsprozesse können unterstützt und entlastet werden.

Wir, die Freien Demokraten Berlin, fordern den Senat von Berlin dazu auf, den digitalen Notstand schleunigst zu beenden.

Die weltbeste Bildung kann nur mit der weltbesten digitalen Infrastruktur erlangt werden und daher fordern wir den Senat dazu auf:

Technische Voraussetzungen für Betrieb und Infrastruktur

  • Es muss an jeder Berliner Schule eine lokale Infrastruktur für die digitale Bildung aufgebaut werden. Die Infrastruktur für die Schulverwaltung und die Infrastruktur für die Unterrichtsunterstützung sind zu differenzieren. Wir empfehlen folgende Priorisierung:
    • berufsbildende Schulen
    • Integrierte Sekundarschulen, Gymnasien
    • Grundschulen
    • Schulische Verwaltung
  • Wir fordern die Schaffung einer „Zentralen Stelle“ in der Senatsverwaltung für Bildung. Ein „Beauftragte für digitale Bildungsinfrastruktur von Berlin“ soll den Aufbau der digitalen Infrastruktur voranbringen und den reibungslosen Betrieb der digitalen Bildungsinfrastruktur gewährleisten (Abteilung I Referat eGov).
  • Wir fordern eine Steuerungseinheit mit personellem Unterbau zur medienpädagogisch-technischen Koordination.
  • Die Schulen entwickeln an Hand ihres überarbeiteten Schulkonzeptes 2.0 ihren individuellen Bedarf an IT-Ausstattung und melden diesen an den „Beauftragten für digitale Bildungsinfrastruktur“. Wir fordern die Senatsverwaltung dazu auf, die Schulen bei der Bedarfsanalyse und Auswahl der benötigten Ausstattung zusammen mit den zentralen IT-Dienstleister ITDZ zu unterstützen.
  • Wir fordern die Senatsverwaltung dazu auf, auf der Grundlage der Bedarfsmeldungen ein zentrales Konzept auszuarbeiten, um die digitale Bildungsinfrastruktur an allen Berliner Schulen zu sichern. Hier muss ein minimales Infrastrukturkonzept pro Schule zusammen mit den zentralen IT-Dienstleister ITDZ ausgearbeitet werden, um die digitale Infrastruktur und den Betrieb in ganz Berlin zu sichern. Zu dieser Ausstattung gehören neben WLAN und Breitbandanbindung auch Endgeräte für Klassenzimmer und für Schüler. Es ist zu klären, ob und wie ggf. Bundesmittel aus dem Digitalen Pakt für Schulen schnell zur Finanzierung genutzt werden können. Wo keine Unterstützung durch den Bund möglich ist, muss eine Finanzierung aus eigenen Mitteln sichergestellt werden.
  • Wir fordern eine Unterstützung durch modernen IT-Support von erfahrenen IT-Dienstleistern an jeder Schule, die die Systeme für Verwaltung und Lehre administriert und mindestens den Support für die Infrastruktur sicherstellt, damit diese Tätigkeiten nicht mehr von Lehrern erfüllt werden müssen. Es ist im Konzept auszuarbeiten, wie und in welchem Umfang dieser Support kunden- und serviceorientiert durch den zentralen ITDZ-Dienstleister und ggf. dezentrale weitere Dienstleister zu erbringen ist.

Qualifizierung der Lehrer und didaktische-methodische Verankerung im Unterricht

  • Wir fordern Fort- und Ausbildungsmaßnahmen für die Lehrkräfte, damit die Lehrkräfte die Möglichkeiten der digitalen Bildungsinfrastruktur im Rahmen ihres Schulkonzeptes in ihren Unterricht einbringen können. Es ist zu klären, ob und in wie weit den Lehrkräften zusätzlich praktische Anwenderunterstützung für die digitalen Lernprogramme bei der Umgestaltung ihres Unterrichts angeboten werden kann.
  • Wir fordern die Erarbeitung eines Schulkonzeptes 2.0, das den Einsatz digitaler Medien im Rahmen des individuellen Schulprogramms gestaltet:
    • Digitale Medien werden als Ergänzung oder Ersatz für analoge Medien eingesetzt.
    • Die Möglichkeiten der digitalen wie z.B. Individualisierung werden voll ausgeschöpft.
    • Der Unterricht wird grundlegend an den neuen Möglichkeiten (z.B. eine zeit- und ortsunabhängige Kollaboration) angepasst.

Datenhaltung in der Schul-Cloud

Wir fordern die Schaffung einer zentralen Schul-Cloud unter Berücksichtigung aller Datenschutzbedingungen übergreifend für öffentliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft. Die Schul-Cloud sollte technisch zentral verwaltet werden, aber ermöglichen, die Zugriffsrechte auf Schule, Klassen, Gruppen oder Einzelpersonen zu beschränken.

  • In der Schul-Cloud sind für alle Berliner Schulen übergreifend digitale Lernprogramme für alle Schulfächer zu hinterlegen.
  • Die Schul-Cloud soll ein Netzwerk pro Schule bieten, wo Schüler ihre Hausaufgaben hinterlegen können. Dieses muss auch über ein Login-System vom heimischen PC zugänglich sein. Es ist ein Konzept auszuarbeiten, das sicherstellt, dass alle Datenschutzrechte der Schüler gewahrt sind und sicherstellt, dass nur der minimal notwendige Personenkreis aus Schule, Lehrer, Schüler jeweils Zugriff auf die Daten hat.
  • Wir fordern ein System pro Schule, wo die Schüler, im Rahmen des Unterrichtes und auch außerhalb miteinander und mit den Lehrern kommunizieren können. Auch hier ist ein Datenschutzkonzept auszuarbeiten (s.o.). Es ist zu klären, ob und wie Inhalte moderiert werden.

Beteiligung der Akteure

Wir fordern eine Beteiligung der Eltern, Lehrer und Schüler im Rahmen der schulischen Gremien sowohl in den einzelnen Schulen als auch auf Bezirks- und Landesebene.

  • Die gesetzlich vorgesehenen Beiräte sollen, im Schulgesetz verankert, eine beratende Funktion für das Thema Digitalisierung erhalten.
  • Die Einführung digitaler Methoden und die Schulungen der Lehrer während der Arbeitszeit sind im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsgremien zu bearbeiten.