Fortschritte in der HIV-Prävention auch in Deutschland zulassen

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesparteitags
vom 10.03.2018

Der Satz „Sie haben HIV“ bedeutet für den Patienten bereits seit langem kein Todesurteil mehr. Moderne Medikation ermöglicht es den Virus soweit zurückzudrängen, dass der Betroffene eine normale Lebenserwartung erreicht und das Risiko, dass der Virus weitergegeben wird, nahezu auf null sinkt. Dennoch bedeutet eine Infektion eine lebenslange Abhängigkeit von Medikamenten und häufig leider auch eine Stigmatisierung durch die Gesellschaft. Auch die Kosten der Gesundheitsversorgung sind hoch.

Fortschritte in der HIV-Prävention ermöglichen es die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Wir Freien Demokraten fordern, dass der Staat diese Möglichkeiten ausschöpft.

HIV-Selbsttest legalisieren

Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, ist es wichtig, dass Betroffenen möglichst frühzeitig von Ihrer Infektion erfahren. Auf diese Weise können therapeutische Maßnahmen einer Weitergabe der Infektion zuverlässig entgegenwirken und eine AIDS-Erkrankung des Patienten verhindern.

Aktuell verbietet die Medizinprodukteabgabeverordnung die Abgabe von HIV-Selbsttests an Privatpersonen. Die Tests bestehen bereits seit einigen Jahren auf dem Markt im europäischen Ausland und konnten in den Ländern messbare Erfolge in der HIV-Prävention erzielen.

Die FDP fordert die Legalisierung von HIV-Selbsttests in Deutschland. Den Tests ist Informationsmaterial beizulegen, sodass im Falle eines positiven Testergebnisses über Bedeutung und Behandlungsschritte aufklärt wird. Die Möglichkeit einer rund um die Uhr telefonisch erreichbaren psychologischen Beratung muss gewährleistet sein.