Investitionen in Bibliotheken – Investitionen in die Zukunft

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesausschusses
vom 03.04.2019

Bibliotheken sind die meist besuchten Kultureinrichtungen in Berlin.

Die FDP Berlin setzt sich für eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung aller Berliner Bibliotheksebenen ein. Unser erklärtes politisches Ziel der „Weltbesten Bildung“ ist nur zu erreichen, wenn neben der schulischen und universitären Weiterentwicklung auch die Bibliothekslandschaft ausgebaut wird.

Alle Einrichtungen von der untersten Ebenen an, den Stadtteilbibliotheken, bis hinauf in die Höhen von Zentral- und Landesbibliothek, Staatsbibliothek und alle universitären Bibliotheken müssen zeitgemäß aus- und aufgerüstet den Benutzern zur Verfügung stehen.

Neben Spiel und Spaß sind es Bildung, Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung, die auf unterschiedlichstem Niveau auch mit und durch Bibliotheken geleistet werden. Journalistische, schriftstellerische, wissenschaftliche und viele weitere Berufe, wie auch Schüler und Studenten sind auf Bibliotheken angewiesen. Dabei unterscheidet sich die wissenschaftlich vertiefende Befassung mit spezifischen Themen z.B. an den Universitätsbibliotheken oder der Staatsbibliothek ganz wesentlich von der lebendigen Fluktuation in öffentlichen Bibliotheken. Der Zugriff auf das Bibliotheksgut muss erleichtert werden.

Neben der reinen Ausleihe von Medien für die Nutzung zuhause spielt auch das Arbeiten in den Bibliotheken selbst eine wichtige Rolle. Die Nutzung diverser Medien vor Ort, die gesteigerte Konzentrationsfähigkeit durch das Arbeiten in einem Lesesaal und zunehmend auch die technischen Einrichtungen wie z.B. Bildschirmarbeitsplätze, sind dabei besonders relevant. Diese können denjenigen zur Verfügung gestellt werden, die sich IT privat nicht oder nur auf unbefriedigendem Niveau leisten können. Der barrierefreie Zugang ist uns selbstverständlich.

Die Öffnungszeiten der Einrichtungen müssen ausgeweitet werden. Wir streben eine 24/7 Öffnung an.

Neben wenigen neu gestalteten Bibliotheken, gibt es in der Stadt noch viele Standorte, die der Nach- und Aufrüstung bedürfen. Die gewünschten Verbesserungen sind neben baulicher Natur vor allem die technisch-digitale Aufrüstung u.a. genügend Steckdosen, Ladestationen etc.

Die Arbeit von öffentlichen Bibliotheken im kulturellen und integrativen Bereich ist sehr wertvoll. Beispielhaft zu nennen sind hier Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen, Kurse, Sprachtraining, Hausaufgabenunterstützung, u.v.a.m. Für diese Arbeit steht insbesondere die Zentral- und Landesbibliothek, die seit Jahrzehnten darum kämpft, endlich mit ihren weit über 3 Mio. Einheiten an den Standorten Breitestrasse, Blücherplatz und Westhafen (ausgelagerte Bestände) unter einem Dach zusammengeführt zu werden. Der Platzbedarf und die Ausbaureserve, insbesondere des Magazins, sind erheblich. Die neuen Anforderungen an eine zeitgemäße bibliothekarische Einrichtung sind an dieser altehrwürdigen Institution im gegenwärtigen Zuschnitt nicht mehr möglich. Die Magazinierung des Bibliotheksgutes insbesondere in der provisorischen Unterbringung im ehemaligen Marstall in der Breitestrasse ist bedenklich. Dieser Standort muss aufgegeben werden. Umso mehr ist der Ausbau am Standort der ehemaligen Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz in Kreuzberg umgehend zu realisieren.

Um die bibliothekarische Vielfalt für den Benutzer zu erhalten, soll das Fachpersonal und der jeweilige Bibliotheksstandort in Eigenverantwortung den Ankauf neuer Bestände regeln können. Die Übernahme der Auswahl des Sortiments durch externe Dienstleister, die vorausgewählte Medien „regalfertig“ anliefern, muss beendet werden.

Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit muss bei der Planung des Raumbedarfs hinreichend großzügig bedacht werden. Es besteht ein Erhaltungsauftrag gegenüber den Medien, der ausschließt, dass nach Phasen der Nichtausleihe/-nutzung Bücher zu früh makuliert werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der bibliothekarischen Arbeit besteht darin, auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer einzugehen und den Medienbestand entsprechend zu entwickeln. Außerdem muss die Bearbeitung des Materials nach den im Verbund aller Bibliotheken in Deutschland und international erarbeiteten Standards katalogisiert und bereitgestellt werden. Dafür sollen die durch die Deutsche Nationalbibliothek erarbeiteten Katalogisate genutzt werden.

Investitionen in Bibliotheken sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft und in den Erhalt unseres kulturellen Erbes.