Kinder, Schule, Zukunft!

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesparteitags
vom 11.04.2008

Kinder sind unsere Zukunft. Sie sind der Reichtum unserer Gesellschaft. An der Frage, wie wir mit unseren Kindern umgehen, entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Ziel liberaler Politik ist es, allen ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zu ermöglichen.

Exzellente Bildung ist der entscheidende Zukunftsfaktor für unsere Kinder und unser Land. Bildung entscheidet über Lebensperspektiven in der globalisierten Welt und ist Voraussetzung für die aktive Teilhabe an unserem Gemeinwesen.

Eine Gesellschaft, die zu wenig Geld für Bildung, insbesondere auch für die frühkindliche Förderung, bereitstellt, gefährdet ihre Zukunftsfähigkeit. Die Ideen unserer Kinder sind die Innovationen von morgen. Die Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Werten fördert technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, verbessert die soziale Integration, reduziert Kriminalität und kommt der Gesundheit unserer Kinder zugute. Fähigkeiten und Potentiale werden derzeit nicht ausreichend erkannt und unterstützt.

Eltern sind für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Familie ist der zentrale Lernort für Kinder. Dort werden Kompetenzen, Einstellungen und Werte vermittelt, die für das ganze weitere Leben wichtig und prägend sind. Eltern haben Unterstützung und Anerkennung von Gesellschaft und Politik verdient. Sie müssen die Möglichkeit haben, sich mit Kursangeboten, Informationen im Internet, durch persönliche Beratungsangebote oder im Rahmen der Gesundheitsversorgung über die Phasen der kindlichen Entwicklung sowie die physischen und psychischen Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu informieren.

Eltern, die mit ihrer Aufgabe überfordert sind, brauchen die besondere Unterstützung durch Staat und Gesellschaft. Kinder, die vernachlässigt werden, hungern oder Gewalt ausgesetzt sind, müssen geschützt werden. Ihre Eltern müssen zur Verantwortung gezogen werden. Hier hat der Staat seine Fürsorge- und Schutzfunktion wahrzunehmen.

Inhaltsverzeichnis

Eltern stärken, Kinderschutz verbessern

Zustand

Obwohl sich die weitaus meisten Eltern liebevoll um ihre Kinder kümmern, sind Fälle von Kindesvernachlässigung und -misshandlung in Berlin bedauerlicherweise an der Tagesordnung. 563 Fälle von Kindesmisshandlung registrierte die Polizei in Berlin im Jahr 2006. Allein in der Zeit vom 26. November bis zum 7. Dezember 2007 gingen bei den Jugendämtern der Bezirke 759 Meldungen über gefährdete Kinder ein.

Ausgerechnet bei den Leistungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung (HzE) hat der rot-rote Senat den Rotstift angesetzt. Bezirken, die präventiv arbeiten und enorme Anstrengungen unternommen haben, um effektiv zu arbeiten, wurden für die Jahre 2008/09 die Mittel gekürzt (z.B. Steglitz-Zehlendorf ca. 6 Mio. € Kürzung, Spandau ca. 2,1 Mio. €). Jugendämter und Gesundheitsdienste sind personell schlecht ausgestattet. In Neukölln z.B. gibt es für 44.000 Kinder nur einen Kinderarzt im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Bezirks. Selbst gesetzlich vorgeschriebene Routineuntersuchungen können so nicht durchgeführt werden.

Unsere Grundsätze

Familien sind in den ersten Lebensjahren eines Kindes der zentrale Ort der Vermittlung von Wärme, Geborgenheit, Erziehung und Bildung. Der Staat kann ein intaktes Elternhaus niemals ersetzen. Das Grundgesetz berechtigt und verpflichtet Mütter und Väter, für ihre Kinder zu sorgen. Gleichwohl hat der Staat die Aufgabe, das Wohl des Kindes zu schützen, wenn Eltern dieser Pflicht nicht nachkommen. Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Unsere Ziele

In erster Linie wollen wir die Erziehungskraft und -kompetenz der Eltern stärken. Wir wollen Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt schützen. Problemlagen der Eltern müssen möglichst früh erkannt werden, damit ihnen geholfen werden kann.

Wir wollen ein wirkungsvolles Netz gesellschaftlicher und staatlicher Prävention. Dazu gehören bessere Vorsorgeuntersuchungen der Kinder und mehr qualifizierte Angebote zur Unterstützung der Eltern, um Fälle von Vernachlässigung und Misshandlung schneller aufzudecken und zu stoppen.

Welche Maßnahmen wir umsetzen wollen

Besserer Umgang mit HzE-Mitteln

Die gesetzlichen Leistungen im Bereich der erzieherischen Hilfen (HzE) bieten eineMöglichkeit, steuernd zum Wohle der Kinder und Jugendlichen tätig werden zu können. Hierbei sind insbesondere ambulante (Prävention, Beratung) und stationäre Hilfen (Inobhutnahme, Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien) zu nennen. Durch Prävention, Beratung und Unterstützung lassen sich sehr viel kostenintensivere und belastende Hilfen vermeiden. Daher will die Berliner FDP niederschwelligen, ambulanten Maßnahmen einen höheren Stellenwert geben.

Präventive Maßnahmen sind dringend notwendig, um der Lage Herr zu werden. Sie vermeiden hohe Folgekosten und können Fehlentwicklungen bereits früh entgegenwirken.

Engere Zusammenarbeit der Ämter und Träger von Jugendhilfe

Die FDP Berlin fordert eine bessere Vernetzung der beteiligten Ämter und Träger, insbesondere zwischen Jugendhilfe und Schule, im Sinne eines Frühwarnsystems. Bei der Bekämpfung von Kindesvernachlässigung müssen Hebammen, Ärzte sowie örtliche Gesundheitsdienste, Nachbarschaftsheime, Frauenhäuser, Kitas, Schulen, Horte, Sportvereine, Musikschulen und Volkshochschulen mit herangezogen werden. Für ihre Zusammenarbeit mit Ämtern und Eltern soll es den Schulen überlassen bleiben, ob sie staatliche oder eigene psychologische Dienste in Anspruch nehmen, um leistungs- und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen herzustellen. Hierfür sollen den Schulen hinreichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit psychologische Unterstützung gewährleistet ist.

Gezielte Prävention bei der Gesundheitsvorsorge für Kinder

Defizite in der Entwicklung sowie gesundheitliche Risiken können frühzeitig erkannt werden, entsprechende Maßnahmen können ergriffen werden. Die Untersuchung vor Schuleintrittt, die U 9, ist bereits verbindlich, notwendig ist es jedoch, dass möglichst alle Kinder auch die anderen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen können. Deshalb wird ein „verbindliches Einladungswesen“ eingeführt. Die Vorsorgeuntersuchungen U 1 bis U 11 sowie die Jugend-Untersuchungen sind für die Gesundheit von Kindern notwendig. Die Kosten für diese Untersuchungen sollen durch die Krankenkassen getragen werden.

Jugendämter personell und finanziell besser ausstatten

Die Jugendämter sind personell so auszustatten, dass es ihnen möglich ist, ihre Aufgaben beim Kinderschutz zu erfüllen. So müssen Stellen und Personalmittel für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, damit in ausreichendem Maße Hausbesuche gemacht und im Falle schwerer Kindesvernachlässigung bzw. -misshandlung Inobhutnahmen durchgeführt werden können. Verdachtsfällen muss schnellstens nachgegangen werden, kein Fall darf ungeprüft bleiben.

Besserer Schutz vor sexueller Gewalt

Der Schutz vor sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen soll durch mehr Hilfen und bessere Informationen in den Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie der Eltern gestärkt werden.

Es gilt frühzeitig Anzeichen zu erkennen. Dies erreichen wir nur, wenn die Mitarbeiter in Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie Eltern entsprechend sensibilisiert und geschult sind, um die richtigen Schritte zum Schutz der Kinder zu ergreifen.

Familienpatenschaften initiieren

Die Berliner FDP will, dass durch Familienpatenschaften ein zusätzliches freiwilliges Hilfsangebot für Familien geschaffen wird. Familienpaten können mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz Familien in ihrem Alltag unterstützen und die Entwicklungschancen der Kinder verbessern. Sie helfen insbesondere Eltern in schwierigen Situationen. Gerade in diesem Bereich können Hilfen schon vor der Geburt ermöglicht werden. Dazu bedarf es einer Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Hebammen und Jugendhilfeeinrichtungen, die entsprechende Patenschaften vermitteln können.

Vorschulische Bildungsangebote ausbauen

Zustand

Kinder lernen in den ersten fünf Jahren am meisten, am liebsten und am schnellsten. Diese Phase wird bisher nicht ausreichend genutzt. 25% aller Schulanfänger in Berlin haben unzureichende Deutschkenntnisse. Die soziale Herkunft entscheidet derzeit in hohem Maße über Erfolg und Misserfolg der schulischen Laufbahn.

Unsere Grundsätze

Es ist in der Verantwortung von Eltern und Bildungsanbietern, die aktive Lernphase in den ersten fünf Lebensjahren eines Kindes zu nutzen, damit alle Kinder, auch solche aus bildungsfernen Schichten, gleiche Startchancen in der Schule haben. Es ist die Aufgabe des Staates, die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereit zu stellen und die Kontrolle zu führen, dass alle Beteiligten ihrer Verantwortung nachkommen.

Unsere Ziele

Alle Kinder sollen mit Schuleintritt dem Unterricht folgen können. Denn der Start in das Schulleben entscheidet maßgeblich über Bildungserfolg und weiteren Lebensweg. Es ist daher dringend notwendig, dass bestehende sprachliche und sozialisatorische Defizite durch eine gezielte Förderung im Rahmen der vorschulischen Bildung und Betreuung beseitigt und Begabungen systematisch gefördert werden.

Der Bildungscharakter von Kindertagesstätten und Angeboten der Tagesbetreuung muss in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden und durch eine entsprechende Qualifizierung der pädagogischen Kräfte unterlegt werden. Diese sollen Begabungen frühzeitig erkennen, Schwächen identifizieren und alle Kinder individuell fördern. Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung ist, zumindest soweit die jeweilige Behinderung dies ohne Einschränkung für das betroffene Kind zulässt, eine Selbstverständlichkeit.

Die Sprachfähigkeit der Kinder muss verbessert werden. Dies gilt insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Schichten und für Kinder mit Migrationshintergrund. Musikalische Früherziehung kann hierzu auch einen Beitrag leisten. Alle Kinder sollten zum Zeitpunkt der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Dies ist für ihren weiteren Bildungserfolg unabdingbar. Als Etappenziel muss im Schuljahr 2009/10 die Quote der Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse von 25% auf 12% gesenkt werden.

Welche Maßnahmen wir umsetzen wollen

Einführung einer verbindlichen Startklasse

Die Berliner FDP fordert die Einführung einer verbindlichen Startklasse, vormals bekannt als Vorklasse, vor Eintritt in die Grundschule, um die Startbedingungen für alle Kinder zu verbessern. Die Schulpflicht soll ein Jahr früher beginnen. Die Qualität der vorschulischen Bildung soll durch die Verzahnung von Schule und Kindertagesbetreuung verbessert werden. Die Einbeziehung der Eltern muss fester Bestandteil dieser Bildungsarbeit sein. Durch die Startklasse werden die Sprachkenntnisse vieler Kinder verbessert. Die gezielte Förderung vor der Grundschule nutzt allen Kindern und erhöht gerade die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Schichten.

Kindertagesstätten an freie Träger übertragen

Die FDP Berlin fordert, dass alle Kindertagesstätten an freie Träger übertragen werden. Die Erfahrung zeigt, dass sie dann innovativer, effektiver und kostengünstiger arbeiten und unterschiedlichste Bildungs- und Betreuungsangebote anbieten. Das gibt den Eltern die Wahl, für ihre Kinder das jeweils Passende zu finden. Die unwirtschaftlichen Staatsbetriebe „Kindertagesstätten Eigenbetriebe“ müssen aufgelöst werden. Bei der Übertragung an freie Träger muss sichergestellt werden, dass auf Integration ausgerichtete freie Träger berücksichtigt werden.

Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern verbessern

Die FDP Berlin fordert eine fortlaufende Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher an Kindertagesstätten sowie von Tagesmüttern und Tagesvätern. Im Sinne des lebenslangen Lernens müssen hochwertige Angebote zur Vertiefung des pädagogischen Wissens bereitgestellt und finanziert werden. Zudem ist zu gewährleisten, dass Erzieherinnen und Erzieher die Gelegenheit zur Fort- und Weiterbildung wahrnehmen können und auch seitens der Träger dazu angehalten werden.

Leiterinnen und Leiter von Kindertagesstätten sollten künftig über einen „Bachelor of Education“ oder vergleichbaren Abschluss verfügen. Erzieherinnen und Erzieher mit fundierten einschlägigen Fremdsprachenkenntnissen sind bei der Förderung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen von besonderem Wert für die Kindertagesstätten. Sie sollten gezielt für die Arbeit in Kindertagesstätten gewonnen werden.

Flexible, bedarfsgerechte Betreuungsangebote

Viele Eltern arbeiten heute zu Zeiten, in denen keine Kita geöffnet hat. Sie nehmen weite Wege auf sich, um Ihre Kinder bei guter Betreuung zu wissen. Daher fordert die FDP Berlin einen bedarfsgerechten Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, die flexible Öffnungszeiten anbieten. Damit wird Arbeit und Familie auch für Menschen vereinbar, die im Nacht- oder Schichtdienst arbeiten.

Frühzeitige Benachrichtigung aller Eltern über vorschulische Bildungs- und Betreuungsangebote – Kita-Gutschein

Um Eltern auf ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz hinzuweisen, schlägt die FDP vor, ihnen ihren Kita-Gutschein zu schicken, wenn das Kind drei Jahre alt wird. Alle Eltern müssen seitens der bezirklichen Jugendämter auf die Angebote der vorschulischen Bildung und Betreuung aufmerksam gemacht werden. Es gilt vor allem darauf zu hinzuweisen, welche Bedeutung die gezielte frühkindliche Förderung für die Entwicklung des Kindes besitzt, in welchem Umfang ein rechtlicher Anspruch auf Kindertagesbetreuung oder Tagespflege besteht und wie dieser geltend gemacht werden kann.

Neue Impulse für die Berliner Schulen

Zustand

Die Berliner Schulsituation ist desolat und muss dringend verbessert werden:

  • Bei nationalen und internationalen Vergleichen schneidet Berlin schlecht ab. 10% der Unterrichtsstunden fallen aus oder werden nicht fachgerecht vertreten.
  • Die Schulabbrecherquote ist mit 12% viel zu hoch. Bei Schülern nichtdeutscher Herkunft sind es sogar 20%.
  • Bei den Schulschwänzern ist die Situation ebenfalls erschreckend: Im ersten Halbjahr 2006/07 fehlten 837 Schüler an mehr als 40 Tage unentschuldigt, weitere 1200 Schüler hatten 21 bis 40 unentschuldigte Fehltage. Schulen, Schul- und Jugendämter setzen die Schulpflicht nicht richtig durch.
  • In allen Schularten fehlen Personal und angemessene räumliche Ausstattung, um eine bessere individuelle Förderung zu ermöglichen, der hohe Krankenstand der Lehrkräfte ist alarmierend.
  • Die Schulgebäude sind vielfach in erbärmlichem Zustand.
  • Ein Viertel der eingeschulten Kinder spricht nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können.
  • 80% der Schüler, die einen Hauptschulabschluss machen, bekommen keinen Ausbildungsplatz. Obwohl die Bemühungen um die Hauptschulen enorm sind (pro Schüler erhält eine Hauptschule 9400 € pro Jahr, eine Realschule 5290 €, ein Gymnasium 6660 € und eine Grundschule 6290 €), sind die Ergebnisse miserabel.
  • 25% aller Schüler verfügen laut PISA über so schlechte Kenntnisse, dass eine Berufsausbildung nicht möglich erscheint.
  • Das deutsche Bildungssystem ist starr und lässt kaum sozialen Aufstieg zu. Laut PISA 2006 haben Kinder von Akademikern gegenüber Kindern aus einer Facharbeiterfamilie bei gleicher Begabung eine 2,7-mal höhere Chance, ein Gymnasium anstelle einer Realschule zu besuchen.
  • Das Ganztagsschulkonzept wird nur halbherzig umgesetzt, so dass die Schulen nachmittags zu Verwahranstalten verkommen und ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommen.
  • Im Jahr 2006 registrierte die Polizei 7403 Straftaten an Berliner Schulen. Davon waren 25,6% Rohheitstaten (Körperverletzungen, Bedrohungen, Raub). An manchen Schulen herrscht ein Klima physischer und psychischer Gewalt, sowohl zwischen den Schülern als auch gegenüber den Lehrkräften.
  • Der Stellenwert von haptischen Fächern wie Kunst, Musik oder Werken hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen.

Unsere liberalen Grundsätze

Bildung ist ein Bürgerrecht. Jedes Kind hat ein Recht auf exzellente, seinen Fähigkeiten entsprechende Bildung. Die Vermittlung sozialer Kompetenzen und der Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft ist wichtiger Bestandteil der Schulbildung.

Unsere Ziele

Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern durch bestmögliche Bildung und Ausbildung eine Zukunftsperspektive geben. Wir wollen Angebote entsprechend der individuellen Begabungen. Jedes Kind soll seine Fähigkeiten voll entwickeln können.

Die Schulen brauchen mehr Freiheit und Selbständigkeit, um kreativ und innovativ sein zu können und ihr Angebot den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler anpassen zu können. Schulen sollen über den Einsatz ihrer Mittel selber entscheiden können und Personal selbst einstellen können.

Vergleichsarbeiten, zentrale Prüfungen und ein öffentliches Schulranking sollen Standards gewährleisten und Transparenz für Eltern, Schüler und Lehrkräfte schaffen.

Wir wollen Chancengerechtigkeit, jedes Kind soll die gleichen Startchancen haben. Die soziale und sprachliche Herkunft oder eine Behinderung dürfen die Bildungschancen der Kinder nicht einschränken. Sozialer Aufstieg über Bildung muss in Deutschland möglich bleiben.

Welche Maßnahmen wir umsetzen wollen

Bessere Ausstattung der Grundschule

In den Grundschulen wird der Grundstein für die Bildungskarrieren der Kinder gelegt. Darum tritt die FDP Berlin dafür ein, dass

  • die Grundschulen finanziell besser ausgestattet werden,
  • die räumliche Ausstattung verbessert wird,
  • das Personal entsprechend der neuen Anforderungen (flexible Schulanfangsphase) qualifiziert wird,
  • der Anteil des männlichen Lehrpersonals in Richtung Geschlechterparität vergrößert wird,
  • mehr Lehrkräfte „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert unterrichten,
  • zusätzliche Sozialarbeiter und Erzieher zur Verfügung stehen,
  • zur Behebung besonderer Defizite, wie z.B. Legasthenie, Dyscalculie oder Hyperaktivität, qualifizierte Spezialisten zur Verfügung gestellt werden,
  • der Stundenverteilungsschlüssel erhöht wird.

Abschaffung der Schuleinzugsbereiche

Die Berliner FDP will Wahlfreiheit für Eltern und Schüler. Eltern und Schüler sollen eine möglichst große Auswahl zwischen Schulen mit unterschiedlichen Profilen haben. Dann können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern das pädagogische Konzept finden, das für sie oder ihn das Beste ist. Daher sind die Schuleinzugsbereiche zugunsten echter Wahlfreiheit abzuschaffen.

Recht auf Unterricht umsetzen, Unterrichtsausfall stoppen

Alle Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Unterricht. Die Vermittlung von Kompetenzen und Wissen kann nur gewährleistet werden, wenn der Unterricht sichergestellt wird. Vertretungsstunden müssen fachgerecht vertreten werden. Dies ist vor dem Hintergrund zentraler Vergleichsarbeiten in Berlin essentiell, um allen Schülerinnen und Schülern die gleichen Chancen zu geben. Dazu ist eine angemessene personelle Ausstattung der Schulen nötig. Die FDP will, dass jede Schule über die 100%ige Personalausstattung hinaus ein Budget von 5% der Personalkosten erhält, damit keine Stunde mehr ausfallen muss.

Fortentwicklung der Ganztagsschule

Die Berliner FDP will die zeitliche Trennung von Unterricht und Betreuung an gebundenen Ganztagsschulen durchbrechen. Unterricht und Anregungen durch Freizeitangebote sollen sich über den gesamten Tag abwechseln und ergänzen (Rhythmisierung). Sport sollte entsprechend im Plan berücksichtigt werden; die Kooperation mit Sportvereinen sollte angestrebt werden.

Zu diesem pädagogischen Konzept gehört es, dass die Lehrkräfte auch außerhalb des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler ansprechbar sind. Die Berliner FDP möchte darum feste Präsenzzeiten einführen. Den Lehrkräften sind dementsprechend Arbeitsräumlichkeiten in den Schulen zur Verfügung zu stellen. Eine allgemeine Ganztagsschulpflicht lehnt die FDP ab.

Die FDP fordert, dass die Ganztagsangebote in Form von gebundenen Ganztagsschulen ausgeweitet werden. Diese Ganztagsangebote sollen Unterricht und Erziehung mit außerunterrichtlicher Förderung und Betreuung verbinden.

Grundständigkeit als Option für alle Gymnasien

Die FDP lehnt die Marginalisierung der sog. „Grundständigen Gymnasien“ ab. Es ist nicht hinnehmbar, dass die frühere Übergangsmöglichkeit nach Klasse 4 ausschließlich auf Gymnasien mit humanistischer Prägung rechtlich beschränkt wird. Vielmehr sollen künftig alle Gymnasien im Einvernehmen mit der jeweiligen Schulkonferenz darüber entscheiden können, ob sie grundständige Züge einrichten.

Begabte Kinder fördern

Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen erfahren zu wenig Unterstützung in Berlin. Einerseits fehlt es an einem flächendeckenden Instrumentarium, um Begabungen bei Schülerinnen und Schülern frühzeitig festzustellen. Andererseits werden auch diagnostizierte Hochbegabte häufig nur unzureichend gefördert. Resultat ist, dass das Potential dieser jungen Menschen verkümmert. Dies muss sich ändern!

Im Zusammenhang mit den Sprachstandserhebungen sollen Schülerinnen und Schüler auch auf Begabungen hin getestet werden. Besondere Fähigkeiten und Anlagen lassen sich so frühzeitig diagnostizieren und können dann gezielt unterstützt werden. Kinder mit besonderer Begabung bedürfen zusätzlicher Förderung und anregender Impulse – es ist keineswegs damit getan, begabten Kindern die Schulzeit zu verkürzen. Vielmehr sollen im Rahmen eines erweiterten Förderangebots (Enrichment), gegebenenfalls auch im Zusammenspiel mit den Hochschulen, die Bildungsinhalte ergänzt und vertieft werden. Hierfür hat das Land entsprechende Personal- und Sachmittel zur Verfügung zu stellen.

Finanzierung der Schulen durch Schülerkostensätze

Die Finanzierung der Schulen soll über transparente Schülerkostensätze erfolgen, die die Schulen über Gutscheine von den Eltern erhalten. Das Budget bemisst sich im Wesentlichen nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler einer Schulart. Für Schüler mit besonderem Förderbedarf wird dieser Betrag um einen speziell festzulegenden Prozentsatz erhöht.

Junge Lehrkräfte besser bezahlen

Junge und gut ausgebildete Lehrkräfte verlassen Berlin, weil sie in anderen Bundesländern bessere Bedingungen vorfinden: sie werden verbeamtet und erhalten ein höheres Gehalt, bis zu 600 € pro Monat.

Berlin fehlt es auch deshalb an gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchskräften. Deshalb möchte die FDP Berlin für junge Lehrkräfte eine konkurrenzfähige Vergütung. Erstens setzen wir so den besseren finanziellen Möglichkeiten anderer Bundesländer etwas entgegen. Zweitens beugen wir einer Rolle rückwärts bei der Einstellungspraxis des Landes Berlin vor, das auf eine Verbeamtung bei Lehrkräften seit geraumer Zeit verzichtet.

Lehrkräfte nach Leistung bezahlen

Die FDP strebt an, dass sich die Entlohnung der Lehrkräfte nicht mehr ausschließlich an der Zahl der Wochenstunden orientiert, sondern neben einem Grundgehalt leistungsabhängige Zulagen gezahlt werden.

Zur Leistung gehört auch die regelmäßige fachliche und pädagogische Fort- und Weiterbildung außerhalb der Unterrichtszeit.

Attraktivität des Lehrerberufs durch Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen erhöhen

Wir wollen für unsere Kinder die besten Lehrkräfte. Dazu bedarf es nicht nur finanzieller Anreize, sondern auch der gesellschaftlichen Anerkennung. Das Engagement vieler Lehrkräfte wird häufig nicht in ausreichendem Maße gewürdigt. Dazu gehört auch, dass wir ihre Arbeitsbedingungen verbessern (z.B. Arbeitsplätze für Lehrkräfte in den Schulen mit entsprechender technischer Ausstattung), die Chancen auf berufliche Beförderung erhöhen und den Lehrerberuf nicht als starre Berufskarriere begreifen.

Pädagogik ins Lehramtsstudium

Die gesellschaftlichen Veränderungen machen es erforderlich, dass die Schule neben der Bildungsvermittlung zunehmend erzieherische Aufgaben übernehmen muss. Dem muss in der Lehrerausbildung endlich wieder Rechnung getragen werden. Die FDP fordert daher eine frühzeitigere und intensivere Pädagogik-Ausbildung innerhalb des Lehramtsstudiums.

Zulassung zum Lehramtsstudium auf geeignete Bewerber beschränken

Potentielle Anwärter für ein Lehramtsstudium müssen über die Anforderungen des Berufs möglichst frühzeitig informiert werden. Zudem sollen Universitäten in eigener Verantwortung Eignungs- und Zulassungsprüfungen durchführen, um ungeeignete Bewerber vor einer folgenschweren Fehlentscheidung zu bewahren und die Zahl der Abbrecher möglichst gering zu halten.

Wahlpflichtfach Religion oder Philosophie/Ethik statt LER

Die FDP befürwortet zur Wertevermittlung das Wahlpflichtfach Religion (evangelische, katholische, jüdische oder islamische Religionslehre, erteilt in deutscher Sprache und nach universitären Ausbildungsgängen) oder das Wahlpflichtfach Philosophie/Ethik. Das eine oder das andere sollte verbindlich sein für ein Schulhalbjahr ohne Abwahlmöglichkeit.

Konsequente Durchsetzung der Schulpflicht

Nach § 44 des Berliner Schulgesetzes sind die Erziehungsberechtigten für die regelmäßige Teilnahme ihres Kindes am Unterricht verantwortlich. Die Berliner FDP will die Durchsetzung der Schulpflicht. Das gilt auch für die Teilnahme am Schwimm-, Sport-, und Sexualkundeunterricht sowie für Klassenfahrten. Dazu müssen Schulen, Jugendämter, Schulämter und ggf. Gerichte eng miteinander und vor allem zügig arbeiten. Schulschwänzen muss Folgen haben. Die Schulen müssen beim Fernbleiben von Schülern sofort die Eltern informieren und konsequent Schulversäumnisanzeigen stellen. Die Frist für eine Schulversäumnisanzeige ist in ganz Berlin von derzeit 10 Tagen unentschuldigten Fehlens auf mindestens 5 Tage zu verkürzen. Die derzeitige Praxis, dass zunächst das Schulamt und erst bei weiterem Fernbleiben eines Schülers das Jugendamt informiert wird, ist zu langwierig. Beide Ämter müssen sofort Kenntnis erhalten, um die Verfahren zu verkürzen. Zur Not müssen schwänzende Kinder und Jugendliche durch Mitarbeiter des Jugendamtes oder der Polizei zur Schule gebracht werden. Gegen die Eltern verhängte Bußgelder und Zwangsmaßnahmen müssen vollstreckt werden.

Lehrpläne modernisieren und besser fokussieren für das Abitur nach 12 Jahren

Die falsche Umsetzung bei der Verkürzung des Abiturs auf 12 Jahre hat zu einer Unterrichtsdauer von bis zu 37 Wochenstunden geführt. Inklusive Hausarbeiten arbeiten die Schülerinnen und Schüler folglich mehr als die meisten Arbeitnehmer in Deutschland. Die FDP Berlin fordert, dass die Lehrpläne besser fokussiert werden.

Unentgeltliches Schulessen für alle

Da sich viele Schulen in Berlin de facto zu Ganztagsschulen entwickelt haben, ist für die Berliner FDP die Einrichtung von Schulmensen unabdingbar. Schulessen soll für alle Kinder unentgeltlich angeboten werden und von hoher Qualität sein. Schülerinnen und Schüler müssen sich regelmäßig und gesund ernähren können. Für die damit verbundenen notwendigen Bauinvestitionen an den Schulen muss ein Sonderprogramm aufgelegt werden.

Außerschulische Lernorte fördern

Die FDP weiß um die Bedeutung des sozialen Lernens außerhalb der Schule und unterstützt daher den gesicherten Bestand von solchen Lernorten wie beispielsweise Spiel- und Sportplätzen, Jugendheime und die Möglichkeit von Jugend- und Klassenreisen.

Sanierung der Schulgebäude voranbringen

Wir wollen, dass der bauliche Zustand der Berliner Schulen schnell verbessert wird. Zunächst sind Mittel bereitzustellen, um den massiven Instandsetzungsrückstau zu überwinden. Anschließend müssen ausreichende Mittel für den ordentlichen Unterhalt der Schulen zur Verfügung stehen. Der hohe Stellenwert, den wir der Bildung unserer Kinder beimessen, muss im baulichen Zustand unserer Schulen sichtbar werden. Dazu gehören hygienische Sanitäranlagen ebenso wie baulich intakte Klassenräume. Die Beteiligung von privaten Förderern und Investoren ist zu nutzen, wenn es sinnvoll ist. Praxis und Studien haben bewiesen, dass dadurch öffentliche Gelder effizienter eingesetzt werden können.

Vielfalt und Wahlfreiheit durch Bürgerschule statt Einheitsschule

Das Bürgerschulmodell setzt auf die weitestgehende schulische Eigenständigkeit, Wahlfreiheit, transparente öffentliche Finanzierung, Wettbewerb sowie auf konsequente Überprüfung der staatlich vorgegebenen Lernziele.

Das Bürgerschulmodell beendet die jahrzehntelange Diskriminierung von nicht-staatlichen Schulen. Die Trägerschaft der Schulen, ob staatlich oder frei, ist künftig nicht mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängig, denn alle Schulen – gleichgültig ob staatlich oder privat – erhalten ein Budget auf Basis von Schulgutscheinen. Entscheiden sich Freie Träger für die Finanzierung ihrer Schule über Schulgutscheine, verzichten sie auf weiteres Schulgeld.

Der Landesverband der FDP spricht sich für die Einführung des Bürgerschulsystems aus. Dieser Systemwechsel besiegelt die endgültige Abkehr von staatlicher Bevormundung, Intransparenz und finanzieller Willkür gegenüber den öffentlichen Schulen. Dieser Systemwechsel ermöglicht mehr Bildungs- und Leistungsgerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen.

Dieser Systemwechsel ermöglicht bessere Chancen.

Neue Perspektiven für Berliner Hauptschüler

Alle Schüler müssen am Ende ihrer Schullaufbahn ausbildungsfähig sein. Kein Schüler darf die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Dazu bedarf es mehr individueller Förderung durch eine konsequente Differenzierung der Unterrichtsinhalte und -formen, um die Stärken der Schüler zu fördern und ihre Schwächen abzubauen. Wir wollen die Lerninhalte praxisbezogener ausrichten, die Kooperationen mit der Berliner Wirtschaft intensivieren und eine engere Zusammenarbeit mit der Berufsberatung, um den Schülern wesentliche Orientierungshilfen für die spätere Berufswahl zu geben. Als erster Schritt sollen freiwillige Kooperationen zwischen Haupt- und Realschulen ermöglicht werden. Die kooperierenden Schulen erhalten weiterhin die für Hauptschulen geltenden höheren Kostensätze. Vor einer Entscheidung über die Zukunft des dreigliedrigen Schulsystems sind aber die Erfahrungen der Kooperationen auszuwerten.

Prävention und Strafverfolgung gegen Gewalt an Schulen

Um die Gewalt an Berliner Schulen einzudämmen, setzt die Berliner FDP auf Prävention und Reaktion. Die Berliner FDP ermuntert und unterstützt die Schulen, entsprechende Projekttage gegen Gewalt durchzuführen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von einigen Schulen mit den örtlichen Präventionsbeauftragten der Polizei sollte weiter ausgebaut werden. Die FDP unterstützt entsprechende Unterrichtsprojekte, in denen Gewaltfreiheit gefördert, das Rechtsbewusstsein gestärkt und gelernt wird, Konfliktsituationen besser einzuschätzen und angemessen zu reagieren. Jede Schule sollte dauerhaft von einem Psychologen und einem Sozialarbeiter unterstützt werden. Auch ehrenamtliche Schul- und Lernassistenten können zur Gewaltprävention beitragen. Gleichzeitig müssen Gewalttaten von den Schulen konsequent angezeigt und entsprechend geahndet werden.

Bildung als Zentrum erfolgreicher Integration

Zustand

Fast ein Viertel der Berliner Bevölkerung hat ihre Wurzeln nicht in Deutschland. Weniger als die Hälfte dieser Menschen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die Tatsache, dass sich die deutsche Politik in den vergangenen Jahrzehnten dagegen gewehrt hat, Deutschland als Einwanderungsland anzuerkennen, entsprechende gesetzliche Regelungen zu erlassen und die erforderliche Infrastruktur zur Beratung und Unterstützung dieser Menschen zu schaffen, haben dazu geführt, dass viele Berlinerinnen und Berliner, denen die Zuwanderung in die Familienbiographie geschrieben ist, in vielen Bereichen benachteiligt sind.

Die momentane Situation im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt bestätigt dies und zeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund teilweise deutliche Benachteiligungen erleben. Dieses Thema erlangt an Bedeutung, da bereits in zehn Jahren jeder zweite Schulanfänger einen Migrationshintergrund haben wird.

Unsere Grundsätze

Liberale verbinden mit kultureller Vielfalt in der Bevölkerung die Chance und Aufgabe, eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung herbeizuführen, welche allen Bürgerinnen und Bürgern die vorbestimmungsfreie Chance auf ein selbst gestaltetes Leben ermöglicht. Für Liberale gibt es keine Alternative zur Integration von Migrantinnen und Migranten. Unsere Gesellschaft braucht Migration, und dieser Bevölkerungsteil ist an der Integration interessiert, um die gleichen Chancen zum Zugang zu Bildung und Ausbildung zu erhalten.

Unsere Ziele

Der Schlüssel zur gelungenen Partizipation an der Gesellschaft liegt in der erfolgreichen Integration in Bildung und Arbeit. Gegenseitiges Aufeinanderzugehen und Verständnis einerseits sowie die Akzeptanz unserer Rechts- und Werteordnung andererseits bilden hierfür die Grundlage.

Die qualitative Verbesserung der frühkindlichen und schulischen Bildung muss im Zentrum der Integrationsarbeit bei Kindern und Jugendlichen stehen.

Vor allem der frühe Besuch der Kita trägt wesentlich dazu bei, die notwendigen Grundsteine für eine erfolgreiche Schullaufbahn zu legen. Hierzu müssen die Eltern mit Migrationshintergrund in geeigneter Form in ihrem Sozialraum angesprochen und so für den Kitabesuch geworben werden.

Eltern müssen in den Bildungsprozess verstärkt mit einbezogen werden und die Kommunikation mit den Erziehern pflegen. Deshalb soll das kontinuierliche Erzieher-Eltern-Gespräch integraler Bestandteil der Kita und der Startklasse werden.

Lese- und Bildungspatenschaften betrachten Liberale als wichtigen Beitrag zur Förderung der Sprachentwicklung.

Die alleinige Fixierung der Sprachförderung auf staatlichen Bildungsträger geht an der Wirklichkeit vorbei. Das Lernen beginnt in der häuslichen Umgebung. Daher ist gerade der Zugang zu den Elternhäusern entscheidend für den Erfolg aller Sprachförderungsmaßnahmen.

Kita und Schule sind nicht nur für Kinder ideale Lernstätten. Das Modell, dass Eltern in der Bildungseinrichtung und den Vereinen ihrer Kinder Deutsch lernen, muss ausgebaut werden.

Insgesamt müssen die Schulen, um den Bildungsauftrag erfüllen zu können, die nötige finanzielle bzw. materielle Ausstattung erhalten, die sich an der Zusammensetzung der Schülerschaft orientiert.

Der Ausbau von Ganztagsschulen ist zu fördern.