Liberale Hochschulpolitik: Gute Studienbedingungen für Berliner Studierende sicherstellen!

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesausschusses
vom 17.05.2011

Liberale Hochschulpolitik orientiert sich vor allem an den Studierenden. Diese stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, den Berliner Hochschulstandort an die Weltspitze zu führen. Forschung und Technologietransfer sind enorm wichtig für Berlin, die Qualität der Lehre darf aber deswegen nicht zurückgestellt werden.

Berlin benötigt einen Gesamtkonzept, um zum Zentrum exzellenter Lehre in Deutschland zu werden. Wir sind der Überzeugung, dass folgende Schritte auf diesem Weg notwendig sind:

  1. Gut beraten in die Hochschule – gut beraten an der Hochschule: Schülerinnen und Schüler sollen, über den Ausbau der schulischen Studienberatung, noch vor Erreichen der Sekundarstufe II die Chance haben, eine Fach- und Finanzierungsberatung in Anspruch zu nehmen. Eine frühe Orientierung beugt späterer Unzufriedenheit mit der Wahl des Studienfaches oder gar dem Studienabbruch vor.
  2. Wir wollen eine bessere Betreuungsrelation. Wir werden ein verfassungskonformes Kapazitätsrecht erarbeiten, das der Studienrealität angepasst ist und ein bestmögliches Betreuungsverhältnis garantiert, so dass die Neueinstellung von neuem Lehrpersonal nicht automatisch zur Aufnahmepflicht von weiteren Studenten führt.
  3. Der Lehre soll bei der Finanzierung von Hochschulen und bei der Auswahl von Hochschulpersonal ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Wir brauchen bessere Anreizsysteme für gute und innovative Lehre.
  4. Die Rahmenbedingungen an Universitäten müssen so geändert werden, dass wissenschaftlichen Mitarbeiter ohne Promotion länger als sechs, mit Promotion länger als zwölf Jahre an Universitäten und Forschungseinrichtungen in öffentlicher Hand verbleiben können, ohne dass das Beschäftigungsverhältnis unkündbar wird. Andernfalls droht eine Abwanderung und dadurch schlechtere Lehre.
  5. Studierende sollen mitreden dürfen: Dazu gehört auch die Möglichkeit, alle Lehrveranstaltungen zu bewerten, gute Lehre zu belohnen und schlechte Lehrleistung offenzulegen.
  6. Wir wollen es den Berliner Hochschulen ermöglichen, mehr Studierende der höheren Semester als Tutoren zu gewinnen und dadurch für deutlich mehr Unterstützung für Studierende, vor allem zu Beginn des Studiums, zu sorgen.
  7. Das Berliner Studium muss internationaler werden: Berlins Hochschulen sollen ihre weltweite Partnerschaften ausbauen und den Berliner Studierenden ein Auslandsstudium an Top-Unis zu guten Konditionen ermöglichen.
  8. Wir wollen eine studentenfreundlichere Anerkennungspraxis durch eine Argumentationslastumkehr: die Hochschule soll grundsätzlich die Leistungen anerkennen und muss die Nichtanerkennung begründen.
  9. Das Unterstützungsangebot für Studierende muss sich verbessern. Berliner Studenten brauchen eine qualifizierte Beratung in Sachen BAföG, Stipendien und Studierendendarlehen. Wichtig sind aber auch gutes und gesundes Mensaessen sowie längere Bibliotheksöffnungszeiten vor allem am Wochenende.
  10. Die räumliche Ausstattung der Hochschulen muss besser werden. Moderne Technik und ausreichende Sitzmöglichkeiten müssen auch in Vorlesungen und Seminaren zum Standard gehören.
  11. Die Bindung an die Hochschule endet nicht mit dem Abschlusszeugnis. Wir erwarten von den Berliner Hochschulen, dass sie die Kontakte zu ehemaligen Studierenden ausbauen und dieses Verhältnis pflegen. Dies kann bereits mit der Abschlussverleihung für die Absolventen beginnen. Gleichzeitig halten wir es für selbstverständlich, dass sich Ehemalige an ihrer Alma Mater engagieren und sich zugunsten späterer Studierendengenerationen einbringen.