Mehr Diversität in der öffentlichen Verwaltung

Aus Programmatik FDP Berlin
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Beschluss des
Landesausschusses
vom 30.03.2022

Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir leben in einer aufgeklärten Welt, in der sich verschiedene Geschlechter, Identitäten, ethnischen Hintergründe und Menschen mit Behinderungen wiederfinden und gleichen Rechte und Pflichten haben sollen.

Viele Unternehmen nehmen bereits die Aufgabe an, die Interessen von allen Menschen in ihrer Diversität zu vertreten und für ein offenes Arbeitsklima zu sorgen. Sie treiben den Gendanken der Diversität voran und machen ihn in ihrem Engagement sichtbar. Wir erwarten dasselbe Engagement auch von der öffentlichen Verwaltung. Sie muss sich stärker als bisher des Themas annehmen.

Diese Ideen sind bei der öffentlichen Verwaltung noch nicht umgesetzt. Der öffentliche Dienst soll Vorbild sein und widerspiegeln, wie wir als Gesellschaft zusammengesetzt sind.

Wir fordern den Senat von Berlin dazu auf, sich in seiner Funktion als Dienstherr und Arbeitgeber einer Diversity-Reform zu unterziehen.

Wir fordern:

Ein landesweites ganzzeitliches Diversity-Management

  • Das Land Berlin soll eine Stelle einrichten, die Landesbehörden und

Landesbetriebe zu ganzheitlichem Diversity-Management berät und landesweite Maßnahmen koordiniert.

  • Wir wollen das bisherige Amt der Gleichstellungsbeauftragten zur Diversity-Beauftragten entwickeln. Soweit dafür eine entsprechende Änderung vom Bundesrecht notwendig ist, wird sich Berlin im Bundesrat dafür einsetzen.

Diversitysensible Führungskräfte- und Personalentwicklung

  • Durch gezielte verpflichtende und regelmäßige Trainings sollen Führungskräfte sensibilisiert werden, um durch eine Top-down-Strategie die Belegschaft im Bezug Diversity-Belange zu erreichen.
  • Vielfältige Team sind eine Bereicherung für alle. Daher möchten wir, dass

Rekrutierungs- und Talentmanagement fester Bestandteil des Diversity-Managements sein sollen.

  • Durch geeignete Maßnahmen sollen auf allen Hierarchieebenen Gruppen, die unterrepräsentiert sind, umworben und gefördert werden. Der öffentliche Dienst muss sich dafür einsetzen, Menschen mit Migrationshintergrund zu ermutigen, sich für den Staatsdienst zu bewerben.

Empowerment von Frauen

  • Als Arbeitgeber ermöglicht das Land Berlin durch besondere Anstrengungen gleichberechtigtes Arbeiten von Frauen und Männern in Führungspositionen.
  • Eine flexible Arbeitszeit, mobiles Arbeiten, Jobsharing auf Leitungsebenen und der faire Umgang mit Elternzeiten müssen daher in der Verwaltung Anspruch und Ziel sein.

Mehr Sichtbarkeit in der Außenkommunikation / Marketing

  • Wenn der Öffentliche Dienst und kommunale Einrichtungen/ Unternehmen Kampagnen schaltete, dann sollte auch die Vielfalt Berlins widergespiegelt werden.
  • Barrierefreiheit in den Behörden der öffentlichen Verwaltung
  • Menschen mit und ohne Behinderungen müssen barrierefrei mit allen Ämtern kommunizieren und ihre Amtsgeschäfte erledigen können
  • Es muss eine seniorenfreundliche Ausstattung der Gebäude erfolgen. Fahrstühle, große Beschriftungen, digitale Anzeigetafeln mit Sprachfunktion, ein
  • Wegeleitsystem. Diese Einrichtungen müssen als systemrelevant eingestuft werden und bei einem Ausfall höchste Priorität haben, um den Ausfall innerhalb eines Werktages zu beheben. Außerdem müssen alle digitalen Kommunikations- und Informationeskanäle der Behörden für Personen- und Altersgruppen geeignet und barrierearm gestaltet werden.

Null-Toleranz-Strategie, nach innen wie nach außen

  • Wir wollen nicht nur die Unterbindung von Diskriminierung unter Mitarbeitenden erreichen, sondern auch eine Unterbindung von Diskriminierung von Behördenmitarbeitenden gegenüber Bürger: innen. Ebenso müssen Behördenmitarbeitende vor Diskriminierung durch Bürger:innen geschützt werden.
  • Ein wichtiger Teil von Diversity-Management ist die Vermeidung von Diskriminierungen. Die Umsetzung von AGG und LADG soll Teil der DiversityStrategien in den Dienststellen werden.

Dienstkleidung

  • Wo die Tätigkeit eine Dienstkleidung erforderlich macht, soll eine Auswahl an Dienstkleidung, unabhängig vom Geschlecht, zur Verfügung gestellt werden. Ebenso soll Umstands-Dienstbekleidung angeboten werden.

Eine Anpassung von Dienstvorschriften und Formularen

  • Wir fordern eine Überprüfung und Überarbeitung von Dienstvorschriften und Formularen, die sich auf Geschlechterkategorien beziehen, um auch die dritte Geschlechtskategorie, Inter- und Transpersonen, in diesen Vorschriften abzubilden.